DSC00016a„Ach, du liebe Zeit!“ lautete das diesjährige Faschingsmotto der Wetzlarer Domgemeinde, die am 23. Januar im Saal des Niedergirmeser Nachbarschaftszentrums eine lebendige Karnevalsparty mit vielen gutgelaunten Gästen feierte.

 

 

Viererrat Elisabeth Burgos-Torres, Ulrike Wahner, Thorsten Schauss und Georg Komesker wiesen mit tänzerischem Einsatz und Rucki-Zucki die Richtung des Abends und wurden vom nachfolgenden Kinderchor bestätigt, der das Publikum mit einer überzeugenden Tanzperformance zu „Mexico“ mitriss. Dank der Vorbereitung durch Kira Petry, Elisabeth Burgos-Torres und Horst Christill zeigte der Nachwuchs begeisternden Bühneneinsatz, der ebenfalls von den Turnerfrauen, den Senior-Tänzerinnen der Herzen, im XL-Dirndl raumgreifend umgesetzt wurde.

Gesungen wurde natürlich auch: Mit dem jungen ökumenischen Chor und Manuel Christill am Schlagzeug ging es über Final Countdown und Another one bites the dust zu Stayin‘ alive (Falsett-Solist: Paul Taverne), um mit Music was my first love einen klangvollen Abschluss zu finden.

Aktuelle Entwicklungen bei der Pfarrei Neuen Typs (PNT) und dem Zentralen Pfarrbüro (ZPB) griff der Frauentreff mit einer Reportage von Radio ULF (Unsere Liebe Frau) und den Reporterinnen Sissi Bause und Michaela Staufer auf. Sie befragten Passanten zu den neuen Einrichtungen und Kürzeln der Gemeinde-Neugestaltung und bekamen den Zentralen Omnibusbahnhof mit Bobbycar-Kreisel sowie ansteckende Krankheiten als Erklärungsmodell angeboten. Informationslage und Transparenz seien offensichtlich gut, befanden die Reporterinnen, und konnten sich bei diesem Resümee auch auf den Familienkreis verlassen, der eine informative Live-Schaltung zur Wahl des gemeinsamen Pfarrgemeinderats und den nicht immer wortgewandten Kandidaten („Ich bin die Stimme für Bonifatius“, Jochen Lerch) zeigte. Trotz Bewerbern wie Herrn Gloria (Stephan Frey), der das verpflichtende Rosenkranztragen befürwortete und Frau Schwalbengraben (Mechthild Komesker), die regelmäßige sonntägliche Eucharistiefeiern („...mit Gitarrenmusik!“) erhalten wollte, machte schließlich ein nicht auf der Wahlliste stehender Herr Jünger („Stimme für Jesus“, Michael Dörr) das Rennen.

Der Zusammenschluss der Stadtgemeinden löste bei Bühnengast Heiner (Dorothea Schaefer) weingetränkte Überlegungen aus. Er vermisse bereits jetzt den Domnamen „... Unserer lieben Frau, das klang immer so schön nach Freudenhaus!“, und auch die nachfolgenden Umbaumaßnahmen machten ihm zu schaffen: “Hoffentlich legt sich kein Limburger Zauber auf den Pfarrer Kollas!“

Das diesjährig rein katholische Wasserspeierduo Lubentius (Pfarrer Peter Kollas) und Kaplan Christian Fahl, der die Malachias-Vertretung für Pfarrer Björn Heymer übernommen hatte, berichtete von einer beherzten Befreiungsaktion für eine in die Orgelpfeife gerutschte Taube und vertrat den bekannt ökumenischen Standpunkt mit vergleichendem Sinnieren über lange Predigten (evangelisch) und dem Bechern und Feiern (katholisch). Auch die Wächterfunktion von Pfarrer Kollas für die Rechtgläubigkeit seiner katholischen Schäfchen wurde besprochen mit dem Ergebnis, dass diese beim amtierenden Bezirksdekan doch besser aufgehoben sei.

Elvira Rückert schlug in ihrer Büttenrede als närrische Autorität einen Bogen von der deutschen Flüchtlingspolitik über Willkommen-Cafes und dem Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer hin zu den weiter fließenden Zahlungen an den nun im Vatikan tätigen, ehemaligen Bischof Tebartz-van Elst und brachte damit einen Aufreger, der im Saal hörbar Widerhall fand.

In die gleiche Richtung dachte auch Gemeindeschaffner Georg Komesker, der erfolglos die neu eingeführten Pfarrkarten kontrollieren wollte und mitteilte, dass Strafe sein muss: Schwarzpfarrerei sollte mit drei Jahren Romverschickung zum Delegaten für Neuevangelisierung geahndet werden.

Tanzen kann die Domgemeinde auch, denn alle waren Wons: Leonie und Leander zeigten mit einer begeisternden Bühnenshow, dass ihr Einsatz auf das Publikum überspringen und mit einem Happy-Flashmob Mittänzer finden kann.

WKG-Prinzenpaar Sabine III. und Bernd IV. war mit Hofstaat, Jubiläums-Hofmarschall und dreifacher Kinderverstärkung zu Gast, und die Messdiener zeigten gemeinsam mit Kaplan Christian Fahl die Freizeitplanung der Jugendgruppe im Jahr 2085, die nach einem Dogma durch Papst Franziskus in Endlosschleife und fortgeschrittenem Alter mittels Windel- und Jägermeisterunterstützung alle irdische Mühsal bewältigt.

Zum Abschluss unternahm der Domchor mit intensivem Sopraneinsatz und der instrumentalen Unterstützung durch Margit Christill und Günther „Netzer“ Letzel einen Rückblick auf Weihnachtsmarkt und Eisbahn, bevor das Musikerduo Stephan Geiger und Harald Frimmel für eine gutgenutzte Tanzfläche sorgte.

Bericht: Frauke Kühn

Fotos: Mechthild Komesker

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