Pilgerreise Heiliges Land 2014

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Wir sind gut gelandet. Voller Dankbarkeit blicken wir auf die vergangenen Tage zurück.

Umso trauriger macht der Blick in die Nachrichten, dass es wieder einen Schusswechsel mit tödlichem Ausgang gegeben hat. Der Tempelberg wurde komplett abgeriegelt, am Sonntag waren wir noch dort.

Es scheint, dass es keine Einigung, keinen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern geben kann, zu verfahren ist die Situation. Wer macht den ersten Schritt?

Junge, israelische Soldaten - mit MPs - in kleinen Gruppen durch Jaffa laufen zu sehen, wo wir heute morgen noch waren, macht mir ein unbehagliches Gefühl. Sie sind so jung, 18, 19 Jahre...

In der Petrus-Kirche in Jaffa hielten wir unseren Abschlussgottesdienst. Eine Schale reichten wir herum, die wir mit guten Gedanken füllten. Am Ende des Gottesdienstes segneten wir uns mit Wasser aus dem uralten Jakobsbrunnen.

Allein waren wir in der Kirche nicht, Touristen schauten herein und die nächste Gruppe stand uns auf den Fersen, trotzdem war es ein guter Abschluss unserer Reise. Wie Norbert sagte: "Wenn noch im Stundentakt gebetet wird, ist ja alles Ordnung."

Am Morgen konnten wir während der Busfahrt noch einmal die eindrucksvolle Landschaft geniessen, unser Busfahrer hatte extra die landschaftlich schönere Strecke gewählt.

Es bleiben viele, viele schöne Erinnerungen an ein besonderes Land, an eine gute Gemeinschaft und viele dichte Glaubensmomente.

Beten für den Frieden und für Versöhnung bleibt ein besonderes Anliegen unserer Gruppe.

Mechthild Komesker

Jaffa

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… und dann ist eine erlebnisreiche Pilgerreise zu Ende.

Den Abschluss begingen wir mit einer Vesper unter den Palmen am See Genesareth. Dort leerten wir einige Flaschen israelischen Rotwein und palästinensischen Arak. Der Monduntergang über Tiberias ließ nichts zu wünschen übrig.

Der Aufbruch um acht Uhr war von unseren müden Gesichtern geprägt. Pünktlich um 11 waren wir an der Petruskirche in Jaffa. Shibly musste hier schon Abschied nehmen, eine neue Gruppe wartete früher auf ihn, als geplant. Wir sind unserem Shibly dankbar für die frohe und liebenswürdige Art, und sein Land Palästina und die Heimat Jesu nahezubringen. Good By und Salem.

Zwar hatten wir zum Abschlussgottesdienst die Kirche nicht für uns, aber die Flöte zur Abschlussmeditation hat die anderen Besucher beruhigt. In eine schöne Schale aus Abu Gosh legten wir unsere Erlebnisse und unseren Dank. Mit Wasser aus dem Jakobsbrunnen gaben wir uns gegenseitig noch den Reisesegen.

Ein kurzer Weg durch Jaffa bleibt noch, ein Imbiss und dann fahren wir zum Flughafen. Die strengen Kontrollen haben wir hinter uns. Jetzt bleibt nur das Warten auf den Flieger.

Es war eine erlebnisreiche und spirituell gefüllte Pilgerfahrt. Zu keiner Zeit hatten wir Sorgen um unsere Sicherheit. Oft haben wir Orte mit sehr vielen anderen Pilgern geteilt und so die globale Dimension des Christentums erfahren dürfen. Aber auch stille Plätze durften wir genießen. Genug der Worte.

Ich komme wieder.

Schalem und Salem

Entspannungstag am See Gennesareth

Nach den vielen, oft sehr gedrängten Eindrücken der vergangenen anderthalb Wochen tat es gut, einen letzten Tag in Entspannung zu verbringen: Erlebtes noch einmal Revue passieren zu lassen, ein paar Dinge nachzulesen und in einen Zusammenhang zu bringen und nicht zuletzt ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Das Kibbuz Ein-Gev am Ostufer des Sees, direkt gegenüber Tiberias, war hierfür wie geschaffen. Nach einem sonnigen Tag mit sehr ruhigem See kam wie aus dem Nichts Wind und Wellengang in beachtlichem Ausmaß auf, legte sich gegen Abend aber wieder, so dass Vesper und ein fröhlicher Abend am See möglich waren. Manch einer fühlte sich zwischenzeitlich an die biblische Stillung des Seesturms erinnert:

Mk 4,35-40:

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

Gruß nach Hause!

Georg Komesker

 

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Gestern hieß es dem nahenden Ende unserer Pilgerreise ins Auge zu schauen. Schon in aller Frühe besuchten wir den Singgottesdienst in der Grabeskirche. Um 6:30 trafen wir ein, scheinbar zu spät, um noch einen Sitzplatz zu bekommen. Alle Plätze waren von einer amerikanischen Pilgergruppe belegt. Bei den rauen Sitten mit denen in der Grabeskirche mit Pilgern umgegangen wird, war es fast wie ein Wunder, dass die Ordner dann doch noch extra für uns Bänke holten. Der Messe stand ein Bischof vor, der deutlich von Parkinson gezeichnet war. Er sprach vom Leiden Christi und unserem eigenen Leiden. Wir sollen dem Bruder Jesus unser Leid geben, der es mit uns tragen wird. Von diesem gezeichneten Menschen persönliche und überzeugende Worte. Es wurde das lateinische Ordinarium gesungen, für einen Teil der Gruppe recht fremd, für andere wiederum Kindheitserinnerungen.

Leider wurde unmittelbar nach Abschluss der Messe, die Grabeskammer von einer italienischen Gruppe belegt. Wir hatten vorher die Hoffnung ohne Schlange hinein zu kommen. Ein Trost war, dass die Gruppe aus Kindern und jugendlichen bestand, die ja ein Vorzugsrecht bekommen sollen. So schlossen sich für uns die Türen des heiligen Grabes. Der Weg durch das morgendliche Jerusalem ohne Touristenströme gab noch einen eigenen Eindruck. Zufrieden saßen wir um 8 Uhr dann am Frühstückstisch.

Die Fahrt führte zunächst auf einen Aussichtspunkt am Mont Scopus. Das ganze Panorama der heiligen Stadt lag vor uns. Alle wichtigen Punkte sind zu sehen. Ein würdiger Abschiedsort. „Jerusalem, Jerusalem, for ever young, yet for ever old, my songs will sing your songs of glory. Jerusalem.“ So haben wir oft gesungen, so auch jetzt zum Abschied. Wir rezitieren den Psalm 122. Die Worte des Psalms drücken mein Empfingen aus. Lest nach, ihr werdet verstehen.

Von der Höhe Jerusalems mit angenehmen Temperaturen geht es zum Toten Meer, das über 300 Meter unter dem Meeresspiegel liegt und entsprechend heiß ist. Dort baden wir. Es ist schon ein Erlebnis im Wasser zu schweben. Es ist gleichsam, als wäre man schwerelos. Hier sind wir Badegäste. So ist Pilgern – mal ganz innig und fromm und am Ende auch Urlaub, Erlebnis und Entspannung. Ich bin froh, dass diese Mischung im Heiligen Land möglich ist. Ein allzu frömmelndes Pilgern würde verkrampfen, eine reine Erlebnisreise würde den heiligen Orten nicht gerecht. Der Strand ist leer und wir finden noch genügend Schattenplätze. Unser Guide Shilbly hatte das richtige Gespür.

Die nächste Station ist Qumran. Hier steht ein Bus neben dem anderen. Alle werden nach dem Besuch der Ausgrabungen zum Toten Meer fahren. Qumran ist noch heißer. Die alte Theorie vom Essenerkloster lebt weiter. Sie ist eine Idee des ersten (katholischen) Archäologen. Hier war früher aber eine Siedlung, die von Tonarbeiten, Landwirtschaft und der Sicherung des Handelsweges lebte. Vor allem aber sind die Funde der alten Handschriften interessant. Die Juden am Vorabend des jüdischen Krieges 67 n. Chr. hatten die sensationell gute Idee, die Schriften hier zu verstecken. Sie wurden erst gefunden, als ihr wirklicher Wert erkannt werden konnte und ihre Konservierung mit heutigen Mitteln sichergestellt werden konnte. Vielleicht hat auch Gott selbst dafür gesorgt, dass seine heiligen Schriften gut aufgehoben wurden.

Dorothea und ich gönnen und noch einen Spaziergang außerhalb des Grabungsgeländes. Hier beginnt ein Wanderweg, der in die Wüste führt. Das juckt mir gewaltig in den Zehen. Die Felsen sind von überwältigender Schönheit. Das Panorama über das Tote Meer noch fazinierender als in Qumran. Hier möchte ich weitergehen, doch die Zeit drängt.

 

 

Die Fahrt durch den Jordangraben bereichert uns mit einer Landschaft, die tiefe Eindrücke hinterlässt. Grüne Felder, Palmenhaine, und Gewächshäuser wechseln mit Wüste und Steppe. Im Osten die Berge Jordaniens mit einer ganze reihe Siedlungen. Am Ende des Westjordanlandes dann die Grenzkontrolle mit bewaffneten Soldaten, die durch den Bus gehen.

Mit Einbruch der Dunkelheit treffen wir in Ein Gev ein. Ein Kibbuz, der eine idyllische Ferienanlage betreibt. Wir sind endlich nicht mehr in einer mehrstöckigen Hotelanlage, sondern in kleinen Reihenhäusern untergebracht. Das Buffet ist schmackhaft und gut gefüllt. Der Kibbuz betreibt Landwirtschaft und dass merkt man an der Kost. Alles ist sorgfältig zubereitet. Zudem stimmt der Service. Und der Wein ist nicht nur ausgezeichnet, sondern auch noch erschwinglich. Was wollen wir denn mehr?

Heute ist Ruhe und Badetag. Es gibt nur zu berichten, dass die Hängematten unter den Palmen stets belegt sind und das Wasser im See Genesareth warm ist. Heute kommt der letzte Abend, den wir entsprechend begehen werden.

Schalom und Salem