Pilgerreise Heiliges Land 2014

Weiterlesen ...

 

 

Tempelberg-Westmauer ("Klagemauer") - Aqsa-Moschee/Felsendom - St.-Anna-Kirche/Bethesda-Teichanlage - Kreuzweg/Via Dolorosa - Grabeskirche - Basar

[zur vergrößerten Ansicht der Galerie bitte auf das erste Foto klicken]

Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ...   

 

und Geschwister können sich wie die Kesselflicker streiten. Das war heute wieder mit den Händen zu greifen.

So früh, wie möglich brachen wir zum Tempelberg auf. Dort sind die Besuchszeiten begrenzt und darum sind lange Schlangen unvermeidlich. Vor der Eingangskontrolle staute es sich entsprechend. Die Wartezeit nutzten wir, indem einige Pilger zur Klagemauer gingen. Direkt unter den wichtigen Moscheen beten Juden. Ihre wiegenden Bewegungen entsprechen dem Rhythmus der hebräischen Schrift und helfen zur Konzentration. Die Ultraorthodoxen mit der schwarzen Kleidung und den fremden Hüten sind für das Miteinander der Religionen kein großes Problem. Sie leben ganz in den heiligen Schriften und messen der aktuellen Politik keine größere Bedeutung zu. Sie warten, bis der Messias kommen wird. Die jüdischen Fanatiker kleiden sich westlich, ersparen aber den Muslimen an den Moscheen nicht die provozierende Begegnung. An der Taschenkontrolle sehen wir wartende Extremisten. Später hören wir die Rufe empörter Muslime.

Die Wartezeit konnten wir alle nutzen, um die Klagemauer zu besuchen. Alle Gebetsanliegen sind in die Mauerritzen gesteckt.

Auf dem Tempelberg sehen wir einige Kreise mit Muslimen, die den Koran studieren. Männer und Frauen streng getrennt. Im Prinzip, das gleiche Bild, wie vor der Klagemauer, nur mit anderer Kleidung und einem anderen Buch. Der Felsendom ist aus jeder Perspektive ein echter „Hingucker“. Die bunte Fassade und die goldene Kuppel haben eine so beeindruckende Ästhetik, dass man sich kaum abwenden kann. Dagegen wirkt die Al Aqsa Moschee trotz ihres hohen Alters bescheiden. Für sich alleine genommen aber ein bedeutendes Bauwerk. Überhaupt wirkt der Platz großzügig und aufgeräumt. Wir genießen die freie Zeit auf dem Platz und gehen erst kurz vor der Schließzeit aus dem Gelände heraus.

Die nächste Station ist die St. Anna Kirche mit ihren wunderbaren Gärten. Hier feiern wir Gottesdienst. Dem Ort entsprechend bedenken wir das Wunder der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda. Das Wunder soll nicht Jesus wegen der Durchbrechung von Naturgesetzen hervorheben, sondern Zeichen für das anbrechende Reich Gottes sein. Es ist ein Realsymbol, weil es auf ein tatsächliches Geschehen zurückweist, aber zugleich ein Zeichen für Gottes Reich darstellt. Wir dürfen im Garten den Gottesdienst feiern, darum haben wir endlich wieder einen ungestörten Gottesdienst. Dem gütigen Pater der weißen Väter ein herzliches dankeschön. 

Die Besichtigung von Kirche und Ausgrabungen fehlen nicht. Doch schon bald suchen wir die ersten Kreuzwegstationen auf. Wir gehen die Via Dolorosa und beten ganz traditionell den Kreuzweg. So wird das bekannte Geschehen lebendig. Da stört auch die Geschäftigkeit des Basars nicht, im Gegenteil, als Jesus sein Kreuz trug, gingen die Geschäfte der anderen normal weiter. Karfreitagsruhe halten wir, seine Jünger und Jüngerinnen heute, damals war eine Kreuzigung mehr oder weniger kein Aufheben wert.

Die Grabeskirche ist wie erwartet voll. Wir sehen zwar alle Stationen, auch wenn das beten in der vollen Kirche nicht leicht ist. Wir werden am Dienstag ganz früh die Morgenmesse besuchen. Dann wird es Raum und Ruhe für das persönliche Gebet geben.

 Jetzt haben wir innerhalb von kurzer Zeit die zentralen Orte der monotheistischen Weltreligionen besucht. Auch wenn wir vom größerem Streit nichts mitbekommen, ist mit den Händen zu greifen, wie schwer das nebeneinander ist. Alleine die christlichen Konfessionen in der Grabeskirche zeigen, dass Frieden und Solidarität unter den Kindern Abrahams nicht selbstverständlich sind. Unsere Pilgergruppe betet immer wieder um den Frieden und wir werden damit so schnell nicht aufhören.

 Den Nachmittag verbringen wir in kleinen Gruppen. Alle erkunden die Stadt, lassen sich von Händlern beschwatzen und genießen das Flair der heiligen Stadt Jerusalem. Zwar trübt die übergroße Zahl an Souvenierläden die Atmosphäre, aber wir sind ja auch Teil und Ursache des Geschäftes.

Morgen geht’s nach Emmaus und dann kommt der wichtige und ernste Besuch von Yad Vaschem.

 Für heute Schalom und Salem

 

 

St. Georgskloster - Wadi Quelt - Taufstelle Jordan/Jericho - Berg Zion - Abendmahlsaal - Dormitio Mariae Kirche

[Um die Fotogalerie größer zu sehen: auf das erste Foto klicken]

Zwischenruf:

Grenzen

wir erleben grenzen

sprachgrenzen

landesgrenzen

grenzen zwischen religionen

eigene grenzen

gewollte und ungewollte grenzen

schmerzliche grenzen

 

die Einen

haben zugang zu ressourcen,

macht, geld, waffen

bauen mauern

kontrollieren

grenzen aus

bekriegen die anderen

kämpfen für ihr recht auf selbstbestimmung und ihren eigenen staat

 

die Anderen

fühlen sich unterdrückt

benachteiligt

abgewertet

ausgegrenzt

plagen sich mit umwegen

mühen sich unter schwierigen bedingungen

bekriegen die Einen

kämpfen für ihr recht auf selbstbestimmung und ihren eigenen staat

 

sie sind brüder und feinde

beharren auf ihrem recht

wer denkt da 

Frieden wer denkt an

Shalom

 

Emkowz 

 

Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ... Weiterlesen ...
Weiterlesen ... Weiterlesen ...  

haben uns auf dem Weg vom Georgskloster durch das Wadi Quelt hinunter begleitet. Doch der Reihe nach.

Leider hatten wir heute zwei Ausfälle für die Gruppe. Eine Teilnehmerin hat sich einen Ruhetag gönnen müssen, weil der Magen und der Darm das forderte. Jetzt ist alles wieder gut, sie hat schon Schokolade zum Nachtisch genommen. Für eine andere Pilgerin war die Wüstenwanderung zu anstrengend. So hat sie einen zusätzlichen Jerusalemtag bekommen.

Also sind wir etwas dezimiert zur Wanderung aufgebrochen. Am Ausgangspunkt warteten die dort immer zu findenden Beduinen. Es wurde verhandelt und gefeilscht. Am Ende hatten fanden sich über bleichen Westeuropagesichtern Turbane und palästinensische Tücher. So waren wir für unsere Tour bestens ausgerüstet. Ibrahim und sein Esel Schucho begleiteten uns. Sie waren sozusagen der Besenwagen am Ende der Gruppe, den wir aber nicht beanspruchen mussten.

Der Weg führt steil hinab zum orthodoxen Georgskloster, das tief im Tal an die Felsen scheinbar angeklebt ist. Die Mönche sind sehr nett und gastfreundlich. Sie haben zwei Heilige im Glassarg (ja genau - ganz wie Schneewittchen) und eine reiche Ikonostase zu besichtigen. Vor allem aber bieten sie, allen Gästen die kommen, kalte und warme Getränke.

Der Weg hinter dem Kloster ist mit roten und weißen Zeichen gekennzeichnet, ganz so wie bei uns in den Bergen üblich. Der Weg führt auf halber Höhe das Wadi entlang, dass dem späten Sommer entsprechend kaum etwas Grünes zeigt. Hier und dort ein Dornenbusch, dass ist alles, was es an Pflanzen zu sehen gibt. Dafür ist der Ausblick und die Felsenlandschaft beeindruckend. Auf dem halben Weg öffnet sich der Blick auf die Oase und die jordanischen Berge. Die hellen Farben lassen alles wie gemalt aussehen. Die Gruppe hat ihr meditatives Tempo auch dieses Mal beibehalten, aber trotzdem waren wir noch vor der geplanten Zeit in Jericho.

Das gab uns Gelegenheit, noch vor der Mittagspause zur Taufstelle an den Jordan zu fahren. Wie erwartet, traf dort ein Bus nach dem anderen ein. Zwischen trommelnden Eritreern und Hallelujarufen amerikanischer Pfingstler haben wir dann einen Tauferneuerungsgottesdienst gefeiert. Weil wir unter einem akustisch unterstützenden Dach waren, konnten wir beim Singen unseren Rhythmus beibehalten. Der im Wadi gesammelte Stein war in der Predigt Thema: Die Taufe kann aus unserem harten Herzen ein weiches Liebesherz machen. Oder die Steine sind die letzte Waffe der hilflosen Jugendlichen in Palästina, bei der Suche nach Freiheit und Anerkennung. Es ist ein Taufauftrag Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen.

Ein Fußbad im Jordan hat natürlich auch nicht gefehlt. Das Wasser ist an der Taufstelle trüb, fast grün. Die große Zahl an Pilgern macht das Wasser auch nicht besser. Aber es ist kühl und bedeutungsvoll.

Mittagessen gab es in Jericho im Schatten großer Bäume. Wieder gut gewürzt. Mir haben besonders die eingelegten Möhren mit Paprika geschmeckt.

Das wir unser Programm früh fertig hatten, konnten wir in Jerusalem noch den Zionsberg besichtigen. Abendmahlssaal und Davidgrab. In der Krypta der Dormitio haben wir Brot geteilt und unsere Ankunft in Jerusalem gewürdigt.

Früher als geplant sind wir jetzt alle zusammen im Hotel angekommen. Das Buffet ist noch einmal reichhaltiger als bisher. Dafür der Speisesaal auch noch einmal größer.

Heute Nacht wird die Uhr umgestellt, da fällt es nicht ganz so schwer schon um 6:00 aufzustehen. Morgen soll es in die Altstadt gehen. Inschallah.

Leider werden Nikola und Hinrich nicht mehr dabei sein. Der Beruf fordert seinen Tribut. Den beiden eine gesegnete Heimreise. Schön, dass ihr dabei

Schalom und Salem

Mechthild vielen Dank für ihren Tagesbericht. Hier von mir zwei Anmerkungen.

 

Es war ein abscheulicher Anschlag. Ein junger palästinensischer Familienvater rast mit seinem Auto auf einen Straßenbahnbahnsteig, tötet ein Baby und verletzt weitere Menschen, zum Teil schwer. Die Stimmung ist aufgeheizt und Hardliner auf beiden Seiten meinen dies ausnutzen zu müssen.

 

Wir sehen verstärkte Polizeipräsenz und abgesperrte Straßen. Das behindert unsere Pläne. Weil heute am Freitag muslimischer Feiertag ist und zum Mittagsgebet zehntausende Beter zu Al Aqsa Moschee strömen, befürchtet die Polizei Ausschreitungen. Es kommt, soweit ich weiß, nicht dazu. Ich treffe in Bethlehem Freunde, die heute Nachmittag in der Altstadt waren und ganz normal ihr Programm durchführen konnten. Unser Guide ist aber sehr vorsichtig und als alle Zufahrten zur Altstadt für Busse abgesperrt sind, ändern wir unsere Pläne. Wir besuchen die Gedenkkirche an Johannes den Täufer in Ein Karem.

 

Liebe besorgte daheimgebliebene, wir bleiben vorsichtig. Bislang gab es keinen Anschein für Gefahren, außer denen, die in den Nachrichten zu sehen waren. Morgen geht es erstmal in die Wüste und an den Jordan. Das ist absolut kein Problem. Erst ab Sonntag planen wir in Jerusalem zu sein. Wer verfolgen sehr genau, was passiert.

 

Mit uns besuchen tausende das Heilige Land. Überall finden sich schier zahllose Pilger. Wir sind nicht alleine, manchmal sind es ein paar mehr Pilgergruppen, als wir uns wünschen. Dennoch bilden sich vor den Zielen interessante Begegnungen mit allen Kontinenten und gleichzeitig können wir aber ein schönes „Vater unser“ unter uns in der „Pater Noster Katakombe“ anstimmen. Während des Gottesdienstes im Garten Gethsemani lärmen die Hubschrauber und um 13 Uhr erklingen die Kirchenglocken der Kirche der Nationen, während uns vom Tempelberg die Rufe des Muezzin erreichen. Die Vielfalt und Gegensätze von Jerusalem erreichen uns intensiv.

 

Prost, wir trinken roten „Star of Bethlehem“ Jahrgang 2012. Uns geht’s gut.