„Heilige Familie“
Holzarbeit von Johannes Klarmann
(gestiftet zum Gedenken an Pfarrer i.R. Erich Dziuk
für St. Bonifatius in Wetzlar)

 

Hl Familie hp

Entstehung und Bedeutung:
Der erste Pfarrer von St. Bonifatius in Wetzlar, Erich Dziuk (1923-2010), hat nach seinem Tod zugunsten der Gemeinde, für die er fast 30 Jahre lang Seelsorger war, einen Betrag hinterlassen. Die Gemeinde wollte mit diesem Geldbetrag etwas Bleibendes schaffen, das in der Bonifatiuskirche einen festen Platz hat und das in Beziehung zur Gründungszeit mit Pfarrer und Gemeinde steht. So entstand die Idee, das Relief einer „Heiligen Familie“ in Auftrag zu geben. Mit diesem Relief sollte ausgedrückt werden, dass die vielen (damals jungen) Familien und Menschen, die durch Vertreibung, Berufswechsel und andere Gründe in der Neuen Wohnstadt in Wetzlar sesshaft wurden, durch Kirche und Pfarrer ein neues Heimatgefühl bekamen. So erhielten diese Menschen einen Ort, wo sie beten und in vielen Gottesdiensten ihr Leben vor Gott bringen konnten.
Da es bisher in der St. Bonifatiuskirche keine feste „Figur“ gab, wo Menschen außerhalb des Gottesdienstes ihr Leben betrachten und im Gebet vor Gott bringen konnten, entstand der Gedanke, ein Relief der Heiligen Familie für einen besonderen Gebetsplatz in der Werktagskapelle zu schaffen.
So bekam – vermittelt durch Diakon Dr. Norbert Harkim Jahr 2015 der Künstler Johannes Klarmann/Kelkheim vom Verwaltungsrat den Auftrag, ein passendes Relief zu gestalten. Dieses Relief wurde im Dezember 2015 fertiggestellt, am 8. Januar 2016 montiert und am 10. Januar 2016 in der Eucharistiefeier durch Pfarrer Christof Forst feierlich enthüllt und eingeweiht.

 

Beschreibung
Das Relief ist aus Eichenholz gemacht und korrespondiert mit den 15 Kreuzwegstationen in der Kirche. Da es in der Werktagskapelle montiert ist, will dieses Relief gleichsam wie ein Schloss Menschen, die es im Betrachten und Gebet verwenden, die Nähe zu Gott und seinem Sohn, der in einer menschlichen Familie groß geworden ist, immer wieder neu aufschließen.

Im oberen Kreis dieses Schlosses finden wir das Gesicht des jugendlichen Jesus (mit Andeutung des Kreuzes hinter dem Kopf). Diesem Gesicht sind rechts und links oberhalb die Gesichter seiner Mutter Maria und (etwas zurückversetzt) des Heiligen Josef zugeordnet. Maria und Josef blicken auf den jugendlichen Jesus, der auf den Beter/die Beterin schaut und deutlich macht: Gottes Sohn ist auch als schutzbedürftiges Kind mit Unterstützung seiner Eltern zu dem herangewachsen, was er für alle Menschen bedeutet. Dies wird besonders durch die offene Handhaltung Jesu deutlich, mit der er sich dem Beter und der Beterin zuwendet. Diese offenen Hände Jesu signalisieren auch, dass jeder mit seinen Freuden und Sorgen, seinen Ängsten, Gebrechen und Leiden, seiner Trauer und Einsamkeit und seinen Lebensverlusten kommen kann. Er findet bei Jesus die Offenheit, angenommen zu sein. Diese offenen Hände Jesu werden von Maria und Josef berührt. Dies bedeutet, dass Jesus hier – freigelassen von Josef und Maria – seinen Weg der Freiheit und Offenheit bis zuletzt gehen konnte. So will Jesus für alle, die beten, da sein.