Die Pilger des Mittelalters haben viele Monate gebraucht, um im Hl. Land anzukommen. Uns habt ein Tag genügt. Auch der Streik der Lokomotivführer hat nicht verhindern können, dass alle Pilger pünktlich am Lufthansaschalter ankamen. Wir konnten ohne Schlange unser Gepäck abgeben und die Bordkarten bekommen. An anderen Schaltren war zu Herbtsferienbeginn deutlich mehr los. Den ersten Gottesdienst in der Flughafenkapelle hat schon gezeigt, wie kräftig unser Pilgergesang sein wird. Natürlich hob der Flieger zu spät ab, aber der meist wolkenfreie Himmel hat uns dann entschädigt. Freier Blick auf München, Salzburg und Watzmann bevor die endlose Fläche des Balkan unter uns dahin glitt. Bei Thessaloniki erreichten wir die Ägäis. Wunderbar die griechischen Inseln und die Türkische Küste. Ab Zypern begannen dann die Wolken. Und die Turbulenzen. Es hat uns schon ordentlich durchgeschüttelt, bis wir über Israel waren. Kostenlose Achterbahnfahrt. Auf dem Gallusmarkt muss man für sowas bezahlen.

 

Tel Aviv, das bedeutet Hochhäuser und Industrie. Der Internationale Flughafen ist so wie alle Flughäfen. Die Schlange am Einreiseschalter recht lang, aber am Ende begrüßten uns unser Guide und unser Busfahrer. Und es begrüßte uns ein Wolkenbruch, der beinahe der Sintflut Konkurrenz machen konnte. Stau auf der Autobahn. Diese Reise musste tatsächlich viele Hindernisse überwinden, damit sie wirklich losgehen kann. In Nazareth kamen wir entsprechend spät an. Schnell aufs Zimmer und dann das reichhaltige arabisch – jüdische Buffet genossen. Jetzt sind alle müde, viele schon im Bett, denn morgen früh um halb sechs werden wir geweckt.

 

Norbert Hark