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Katholische Pfarrei Unsere Liebe Frau Wetzlar


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IMG 1518 1a„Sankt Gertrud, groß, in unserer Zeit, lehr du uns die Barmherzigkeit“. Mit dem bekannten Kirchenlied zu Ehren der seligen Gertrud haben am Sonntag, 30.09.2018, die heimischen Katholiken auf dem Altenberg ihre Bezirkswallfahrt gefeiert. Trotz herbstlicher Temperaturen, Dauerregen und Windböen hatten sich rund 350 Christen auf dem Weg zum Klosterberg gemacht.


Der kommissarische Bezirksdekan Pfarrer Martin Weber, begrüßte die Pilger und dankte ihnen, dass sie trotz dieses widerlichen Wetters zum Altenberg gekommen seien, um die Gemeinschaft zu pflegen und eine Frau für ihre großartige Art der Barmherzigkeit zu ehren.
Das alljährliche Treffen des Wetzlarer Kirchenbezirks erinnert an das Wirken der Ordensfrau, die von 1227 bis 1297 im Kloster gelebt und 49 Jahre lang den Ordenskonvent geleitet hatte.
Mit dem alljährlichen Treffen wollen die Wallfahrer eine Ordensfrau ehren, die durch ihr soziales Engagement im Geiste der christlichen Nächstenliebe armen und kranken Menschen in der heimischen Region geholfen hat.
Ihr Grab befindet sich vor dem Hochaltar der Klosterkirche und ist zur Bezirkswallfahrt immer mit Blumen geschmückt. Auch viele Betende besuchten das Grab und beteten um Für-sprache für ihre Anliegen.
In der Klosterkirche trafen sich die Wallfahrer zum Festgottesdienst. Eine schöne Geste im Zeichen der Ökumene war die Teilnahme des evangelischen Dompfarrers Björn Heymer, der mit den Seelsorgern des Bezirks zum Altar zog und auch Elemente des Gottesdienstes mitge-staltete, so hatte er Teile der Lesungen übernommen.
Im Namen des Bezirks begrüßte Georg Schiller, Vorsitzender des Bezirkssynodalrates, die Wallfahrer. Der Bezirkssynodalrat habe sich in diesem Jahr bei der Vorbereitung des Ger-trudisfestes eingebracht, auch um dem Treffen eine unserer Zeit entsprechende Prägung zu geben. Dabei sollte die Vielfalt der Dienste und Begabungen engagierter Frauen und Männer in ihren Kirchengemeinden auch in dieser Feier zum Ausdruck kommen.
„Ihr verkörpert die Kirche auf dem Weg des Glaubens“ lobte Pfarrer Weber die, wenn auch kleinen Wallfahrtsgruppen aus den Kirchengemeinden, die trotz des schlechten Wetters zu Fuß zum Altenberg gekommen waren. Bereits am späten Vormittag waren die Katholiken aufgebrochen um rechtzeitig auf dem Altenberg zu sein. Rund 70 Sängerinnen und Sänger aus den Kirchenchören des Bezirks und Bezirkskantor Horst Christill an der historischen Klosterorgel gestalteten den Festgottesdienst musikalisch. Bei den Wechselgesängen zwischen Chören und der Gemeinde sorgten besonders die modernen rhythmischen Lieder für einen machtvollen Lobgesang.
Auch in diesem Jahr war die Kollekte für den Verein „Kloster Altenberg“ als Beitrag der Klosterkiche bestimmt.
Anstatt einer Predig führten Domfarrer Peter Kollas und Michael Dörr, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Wetzlarer Katholiken, einen Dialog zum Thema „Muss sich Kirche bewegen?“.
Dabei Dörr: „Viele Christen haben Angst, dass bei dem aktuellen Strukturwandel ihre Tradition verloren geht.“ Kollas: „Die Kirche der Zukunft darf kein abgeschlossener Raum bleiben. Es muss eine offene und den Menschen zugewandte Kirche werden, wo wir nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen.“ Dörr: „Ich glaube, der Geist Gottes wird schon etwas bewegen, damit wir keine Wagenburg werden. „Wagenburgmentalität“ steht für Abgrenzung. Dabei wird oft vergessen, dass die Kirche kein Selbstzweck ist, sondern ihren Auftrag in dieser Welt hat.“ Kollas: „Jesus sagt uns in der Bergpredigt: „Ihr seid das Salz der Erde!“ Er hätte auch sagen können: Durch die Art und Weise wie ihr lebt, bekommt Jesu Botschaft ihren Geschmack!“
Dörr: „Dabei spielt die Ökumene eine wichtige Rolle. Wir sollten gemeinsam im Geiste Jesu in der Welt wirken. In versöhnlicher Verschiedenheit geben wir Zeugnis von unserem Glauben und kämpfen für Gerechtigkeit und Frieden.“ Dazu Kollas: „Ja, wir haben keinen Grund das Wort „Zukunft“ aus unserem Wortschatz zu streichen, - Gerade in Zeiten des Umbruchs braucht es Menschen und Gemeinden, die fest daran glauben, dass Gott mit dieser Welt viel vorhat – Diesen Menschen begegnen wir innerhalb und außerhalb der Kirche.“
Am Ende des Gottesdienstes dankte Pfarrer Weber dem Mutterhaus der Diakonissen für die Gastfreundschaft und den vielen Aktiven, die zum Gelingen der Bezirkswallfahrt beigetragen hätten. Die vereinigten Chöre des Bezirks dankten Bezirkskantor Horst Christill, der zum Jahresende Wetzlar verlässt, mit einem Ständchen.
Wegen der zahlreichen Regenschauer trafen sich die Wallfahrer nach dem Gottesdienst im Gertrudis-Saal zur Begegnung bei Kaffee und Kuchen.

Bericht und Fotos: Werner Volkmar

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