Weltgebetstag der Frauen - Weltfrauentag - Jesus und die samaritische Frau
Am 6. März haben wir den Weltgebetstag der Frauen begangen. In über 120 Ländern organisieren und gestalten Frauen jedes Jahr diesen Tag, der erstmals 1927 von christlichen Frauen unterschiedlicher Konfessionen gefeiert wurde. Die Frauen aus der Geschichte des Weltgebetstags setzten wichtige Zeichen für Frieden, sie kämpften für die Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft, engagierten sich früh für Umweltschutz, traten gegen Rassismus und Intoleranz ein.
Heute, am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag. Im März 1911 wurde dieser Tag erstmals begangen. Im Zentrum des Tages stand damals die Forderung nach Frauenrechten, vor allem dem Wahlrecht für Frauen.
Der Weltgebetstag und der Weltfrauentag zeigen uns, was Frauen für die Gesellschaft leisten und wie wichtig sie sind. Gleichzeitig machen beide Tage uns bewusst: Auch heute erleben Frauen in vielen Teilen der Welt Benachteiligung und Ungerechtigkeit. Im 21. Jahrhundert ist Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit noch immer nicht verwirklicht.
Das Evangelium des heutigen dritten Sonntag der Fastenzeit stellt eine Frau in die Mitte. Jesus begegnet einer Samariterin, deren Leben nicht einfach war. Zwischen Juden und Samaritern gab es damals viele Spannungen. Trotzdem spricht Jesus mit ihr offen und respektvoll. Er hört ihr zu und nimmt sie ernst.
Die Frau erkennt in Jesus etwas Besonderes. Sie sagt: „Ich sehe, dass du ein Prophet bist.“ Die Samariter erwarteten keinen König, sondern einen Propheten wie Mose, einen Retter. In Jesus erkennt die Frau schließlich den Messias, den Retter. Das ist ein mutiges Glaubensbekenntnis. Diese Begegnung fordert auch uns heraus. In der Kirche und in der Gesellschaft, in den Familien, überall, verdienen Frauen Anerkennung und Respekt – jeden Tag im Jahr.
Wo stehen wir als Christen heute? Wie steht es um die Rolle der Frauen in der Kirche? Nehmen wir unsere Mitmenschen ernst? Es beginnt im Alltag: zu Hause, in der Öffentlichkeit, in den Gemeinden und im Gebet. Wo Menschen einander mit Würde und Respekt begegnen, dort ist Gottes Gegenwart spürbar.
Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!
Pater Varghese Ayyampilly C.M