Geistliches Wort 3. Fastensonntag

Der Mann, der „vom Eifer“ für Gottes Haus verzehrt wird!

„Du sollst, du sollst, du sollst“ – immer diese moralinsauren Predigten. Die Sonntagslesung aus dem Buch Exodus scheint einer jener Texte zu sein, die irgendwie „aus der Mode gekommen sind“ oder als „überwunden“ gelten. Ja ja, das Alte Testament halt, aber dann kam Jesus! Ja, liebe Schwestern und Brüder, dann kam Jesus.

Heute präsentiert er sich uns nicht als der Wüstenprediger in Jesuslatschen, der nur „nett“ ist, die Kinder in den Arm nimmt und Kranke heilt. Heute ist er der Mann, der „vom Eifer“ für Gottes Haus verzehrt wird! Er schmeißt die Tische um und räumt auf.

Vielleicht haben Sie – wie ich – auch schon gedacht: Hervorragend! Endlich räumt mal jemand auf. Was aber, wenn ich ernst nehme, wer der Tempel ist? Das bin ich! Also jeder von uns. Was würde er bei mir aufräumen, bei Ihnen? Wie würde Jesus heute reagieren, wenn er eine Sitzung der Bischofskonferenz besucht? Wenn er uns visitiert?

Die Fastenzeit lädt uns ein, zu erkennen, wie es „um uns steht“ (Messbuch). Wie geschieht das? Ein guter Weg zur Selbsterkenntnis ist die Freundschaft zu Jesus, denn „er wusste was im Menschen war.“ (Sonntagsevangelium) Dazu muss man ihn kennenlernen und sich mit ihm auseinandersetzen – gerade auch mit den schwierigen, vielleicht auch uns ungewohnten Stellen aus der Schrift.

Viel Freude beim Entdecken
Ihr
Lucas Weiss, Kpl.

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