„Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.“ ( Joh. 17:9)
Gebet bedeutet nicht nur, mit Gott zu sprechen und ihm unsere Sorgen und Wünsche zu sagen. Der dänische Philosoph Kierkegaard sagt: „Im echten Gebet hört nicht nur Gott auf den Menschen. Der Mensch betet so lange, bis er selbst hört, was Gott ihm sagen möchte.“
Gebet heißt also auch: still werden und auf Gott hören.
Das sehen wir besonders im hohepriesterlichen Gebet Jesu nach seiner Abschiedsrede, die Jesus, wie Johannes berichtet, nach dem letzten Abendmahl und vor seiner Passion vor seinen Jüngern hält. Jesus betet zum Vater für die Seinen, die sein Werk weiterführen sollen in einer ihnen feindlich gesinnten Welt. Er bittet: „Bewahre sie in deinem Namen.“
Diese Worte schenken Trost und Schutz. Gleichzeitig gibt Jesus seinen Jüngern einen Auftrag. Sie sollen weitergeben, was sie von ihm empfangen haben: sein Wort, seine Liebe und sein Leben.
Dieses Gebet zeigt auch die tiefe Einheit zwischen Jesus und dem Vater. Jesus sagt: „Alles, was mein ist, ist dein.“ Daran erkennen wir die enge Gemeinschaft zwischen ihnen. Gebet ist deshalb nicht nur Pflicht, im Gebet entfaltet sich auch eine lebendige Beziehung zu Gott.
Jesus selbst zog sich oft in die Stille zurück, um zu beten. Dort fand er Kraft und Frieden beim Vater. Theresa von Avila sagte einmal: Beten bedeutet, Zeit mit einem Freund zu verbringen. Wer so betet, entdeckt Gott nicht als ferne Idee, sondern als jemanden, der jeden Tag mit uns geht und uns begleitet.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.
P. Varghese Ayyampilly C.M
B: Alexander Link in: Pfarrbriefservice.de